Bei dieser Fototour durch die sommerliche Eifel begleitete mich Lucia, die die Gegend um Nettersheim genauso liebt wie ich. Zunächst wanderten wir um das Schleifbachtal herum. Die wogenden Weizen- und Haferfelder waren von einem blühenden Saum von Wildblumen umgeben, die vor allem von Kohlweißlingen besucht wurden: Disteln und Labkraut, Platterbse und Vogelwicke, Wiesenknopf und Klee, weiße Doldengewächse und auch mal ein brauner Sommerwurz. An den Schlehen wuchsen ihre kugeligen Früchte in Massen, allerdings noch in einem unauffälligen Grün.

Distelblüte mit Schmetterlingsbesuch im Schleifbachtal bei Nettersheim, Foto: E. Glatzer

Sommerwurz
Dann bogen wir ab, um den Berg zur Görresburg hinan zu steigen, einem alten Kultplatz. Das letzte Teilstück dieses Pfades führte durch einen Tunnel von Gestrüpp aus Holunder, Brombeeren und Schlehen, an deren Zweigen graugrüne Flechten hingen – ein wilder, romantischer Anblick nach all’ den lieblichen Blumen.

Auf dem Weg zum Matronenheiligtum, Foto: Elke Glatzer
Oben beim Matronenheiligtum auf der Görresburg angekommen, war erst einmal Zeit für eine Pause. In der Hütte neben den alten römischen Hausfundamenten zu sitzen und dabei den selbstgemachten Nudelsalat zu essen – mit Blick auf die Matronenfiguren – das war irgendwie passend.

Matronen-Weihestein auf der Görresburg bei Nettersheim, Foto: Elke Glatzer
Wir nahmen uns dann Zeit für einige Makrofotos in der Mittagssonne, doch der Wind auf dieser Hochfläche machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die zarten Blüten auf zarten Stielen schwankten hin und her, sodass das Fokussieren zur Glückssache wurde. Aber immerhin sahen wir das erste Blutströpfchen-Widderchen in diesem Jahr.

Mauerpfeffer auf römischen Mauern, Foto: Elke Glatzer

Heidenelken auf der Görresburg bei Nettersheim, Foto: Elke Glatzer

Blutströpfchen-Widderchen auf Scabiose (Witwenblume), Foto: Elke Glatzer
Auf dem Weg zum Urfttal kamen wir an einer römischen Reihenhaussiedlung vorbei. Während wir längs der Urft wanderten, umflatterte uns der erste Kaisermantel dieses Jahres, und ein Schwarzstorch zog über uns hinweg.

Kaisermantel, Foto: Elke Glatzer

fliegender Storch, Foto: Elke Glatzer
Unter den wachsamen Augen des Rotmilans stiegen wir den Weg zum Wellenberg und Enzenberg hinan. Hier muß man unter der Woche mit Forstfahrzeugen auf dem Weg rechnen. Die abtransportierten Buchenstämme verschwanden aber bald in einer Staubwolke.

Wellenberg südlich von Nettersheim (Fisheye-Aufnahme), Foto: Elke Glatzer

Abtransport der Buchenstämme bei Nettersheim, Foto: Elke Glatzer
Wir näherten uns dem Genfbachtal, wanderten an Bienenstöcken vorbei – unterhalten vom Gesang der Ammer – und grüßten die Weide am Wegrand wie eine alte Bekannte. Meine Lieblingsfichte bewachte die rauschende Quelle zu ihren Füßen wie eh und je.

Bienenstöcke im Genfbachtal, Foto: Elke Glatzer

Eine Kappenammer im Genfbachtal bekommt Besuch von einer Biene, Foto: Elke Glatzer

Weide im Genfbachtal, Foto: Elke Glatzer

Fichte im Genfbachtal, Foto: Elke Glatzer
Und fast zum Schluß entdeckten wir ein botanisches Highlight, wir hatten schon nicht mehr damit gerechnet: In der feuchten Wiese zwischen Weg und Fichte blühten verschiedene Orchideen, geflecktes Knabenkraut und Waldvögelein (Gibt es eine Mischung aus dem roten und weißen?) Mit dem Teleobjektiv konnte man sie etwas “heranholen”, aber nicht ganz exakt bestimmen. Ich lasse der Schönen ihr Geheimnis.

Waldvögelein in der Mitte des Bildes / Genfbachtal Nettersheim, Foto: Elke Glatzer
Lucia meinte: “Fast hätten wir die Orchideen übersehen. Aber wenn man langsam geht, entdeckt man auch mehr.” An Wiesen voller “Wiesenknöpfe” ging es zum Bahnhof zurück. Wir hatten gerade noch Zeit, uns in “Cesars Eiscafé” ein erfrischendes Eis zu holen, bevor uns die Bahn nach Köln zurück brachte.
Wer diese Runde um Nettersheim wandern möchte, kann sich von meinem Komoot-Profil die geplante Strecke aufs Handy laden.

Eine Wiese mit ganz vielen Wiesenknöpfen, Foto: Elke Glatzer