Auf Schmetterlingsjagd bei Nettersheim – Makrofotos und Überraschungen

Eine Fotoexkursion kann man sorgfältig planen – doch immer wieder gibt es Überraschungen. Eigentlich wollte ich Mohnblumen in der Eifel fotografieren, doch schon bei der Anreise mit dem Zug sah ich, dass Anfang Juni einige Wiesen bereits gemäht worden waren. Ich erkundigte mich daraufhin im Naturzentrum Eifel nach möglichen Fotomotiven. Die freundliche Dame empfahl mir „Rosental“ und „Buterweck“, Seitentäler des Urfttals, weil dort zur Zeit wilde Orchideen blühen, und so wanderte ich zunächst den Schmetterlingspfad entlang dorthin. Da wurde meine Tour zur Schmetterlingsjagd bei Nettersheim.

Bläuling (Polyommatus) auf Flockenblume

Auf Schmetterlingsjagd bei Nettersheim: Bläuling (Polyommatus)   Foto: Elke Glatzer

An einem sonnigen Hang faszinierten mich die Bläulinge, die ich ganz bequem mit dem Teleobjektiv aufnehmen konnte. Die Vorschrift, auf dem Weg zu bleiben, macht wirklich Sinn, denn – sie war leicht zu übersehen – dicht neben dem Weg blühte die erste Orchidee, eine Waldhyazinthe.

Waldhyazinthe

Grünliche Waldhyazinthe
(Platanthera chlorantha) am Schmetterlingspfad Nettersheim, Foto: Elke Glatzer

An einer Weggabelung: ein Meer von Margeriten! Und ein Baumweißling flatterte munter von Blüte zu Blüte, dabei bevorzugte er die lila Scabiosen.

Auf Schmetterlingsjagd bei Nettersheim

Auf Schmetterlingsjagd bei Nettersheim: Der Baumweißling mag die einzige lila Blüte im Meer der Margeriten

Durch das „Rosental “ war ich noch nie zuvor gelaufen. Zwei Gehöfte am Weg, Weiden mit Milchvieh, Mohnblumen an der Staßenlaterne – na endlich!

Nettersheim: Mohnblumen am Wegrand

Nettersheim: Mohnblumen am Wegrand

Knabenkräuter setzen Akzente in Pink und Magenta. Allerdings blühten diese heimischen Orchideen auf einem eingezäunten Hügel vom Typ „Kalkmagerrasen“, da mußte ich mein Teleobjektiv einsetzen, Makrofotos aus der Nähe waren also nicht möglich.

Kiefer im Rosental bei Nettersheim

Kiefer im Rosental bei Nettersheim

Das Rosental mündete an einer Landstraße, die am Spätnachmittag regen Straßenverkehr hatte. Deswegen kehrte ich wieder auf den Wanderweg am rechten Urftufer zurück, bog dann aber rechts ab (Richtung Urft) und kam endlich in einen schattig-feuchten Auwald-Bereich. Schön geformte pupurne Glöckchen fielen mir am Wegrand auf: Dort blühte einer unserer stärksten Giftpflanzen harmlos vor sich hin, die Tollkirsche (Atropa Belladonna)!

Tollkirsche (Atropa Belladonna) im Naturschutzgebiet

Tollkirsche (Atropa Belladonna) im Naturschutzgebiet

Kurz darauf überquerte ich die Urft, um durch das Eichtertal zu wandern und in einem großen Bogen die Bahnstation in Urft zu erreichen. Die Vergangenheit begegnet uns dort in der Eifel auf Schritt und Tritt, mal sind es Spuren aus der Römerzeit, mal Fossilien aus dem Devon.

Nicht alle Überraschungen waren allerdings positiv: am Abend entdeckte ich bei mir eine Zecke, die sich in der Ellbogenbeuge festgebissen hatte. Mein Hausarzt empfahl mir daraufhin einen Borreliose-Test, d.h. nach drei Wochen (Inkubationszeit) wird Blut abgenommen und auf eine mögliche Infektion hin untersucht. Das Ergebnis ist inzwischen da: POSITIV – also negativ für mich! 30 Tage lang muß ich ein Antibiotikum einnehmen, dann ist der Spuk hoffentlich vorbei.

Nichtsdestotrotz werde ich, gut geschützt, wieder die Wanderwege der Eifel entlang laufen. Man kann es so bezeichnen: ICH BIN EIFEL-SÜCHTIG!